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Arbeitsmarkt Produktmanagement: weniger Anzeigen, höhere Hürden.

Im 2. Quartal 2026 gab es laut Hays-Index 6 Prozent weniger Stellenangebote für Produktmanager als Anfang 2015, der Index sank damit um 13 Punkte. Führungspositionen im Produktmanagement verlangen den Nachweis, dass deine Entscheidungen eine Kennzahl bewegt haben, nicht eine Liste gelieferter Funktionen.

Aktualisiert am 29.09.2026Verantwortet von Ronny MarxWoher die Zahlen kommen
Produktmanagement auf einen Blick
Stellenangebote
6 % weniger als Anfang 2015[1]Hays-Fachkräfte-Index für Produktmanager, 2. Quartal 2026, gemessen am 1. Quartal 2015
Zeit beim Kunden
fast 72 % verbringen dort unter 10 % ihrer Arbeitszeit[2]CAVISIO, 244 Befragte, Mai 2026
KI bei der Arbeit
rund 75 % nutzen KI[2]CAVISIO, Mai 2026, davon 15 % täglich
Head of Product Management
78,9 bis 102,5 TEUR[4]StepStone 2026, brutto im Jahr, Mitte (Median) 88,6 TEUR
CPO
150 bis 176 TEUR[5]Experteer 2026, typische Spanne samt Boni
Der Bereich in Kürze

Führungskräfte im Produktmanagement entscheiden, was als Nächstes entsteht.

Der Head of Product legt fest, welches Kundenproblem das Team als Nächstes löst, und der CPO entscheidet, welche Produkte es überhaupt gibt. Beide treffen 2026 auf weniger offene Stellen und auf neue EU-Pflichten für Software: Seit August müssen KI-Funktionen gekennzeichnet sein, und ab Dezember gilt die Produkthaftung auch für Software.

01 · Lage

Weniger Stellenangebote, wenig Zeit beim Kunden.

Laut Hays ist die Nachfrage nach Produktmanagern gesunken und liegt auf demselben Stand wie im gesamten Marketing. Im Berufsalltag nimmt das Tagesgeschäft ab, mit Kunden verbringen Produktmanager aber weiterhin wenig Zeit.

-6%
Hays, 2. Quartal 2026

Stellenangebote für Produktmanager im Vergleich zum 1. Quartal 2015, das sind 13 Punkte weniger als im Quartal davor[1]

72%
CAVISIO, Mai 2026

fast 72 Prozent der Befragten verbringen keine oder weniger als 10 Prozent ihrer Arbeitszeit beim Kunden[2]

55%
CAVISIO, Mai 2026

bei knapp 55 Prozent der Befragten überwiegt das Tagesgeschäft, im Vorjahr waren es 64,5 Prozent[2]

75%
CAVISIO, Mai 2026

rund 75 Prozent nutzen KI bei der Arbeit, regelmäßig tun das 27,4 Prozent und täglich 15 Prozent[2]

Hays vergleicht die Zahl der Stellenangebote mit dem 1. Quartal 2015. CAVISIO hat 244 Fach- und Führungskräfte aus dem Produktmanagement befragt, 85 Prozent davon arbeiten im Geschäft mit Firmenkunden (B2B). Stand September 2026.

02 · Gefragte Anforderungen

Was Arbeitgeber von Führungskräften im Produktmanagement verlangen.

Das Fachliche setzen Arbeitgeber auf Führungsebene voraus, Recruiter und Personaler überzeugst du mit Belegen: Produktmanager, die du selbst eingestellt hast, eine Kennzahl, die sich nach deiner Entscheidung bewegt hat, oder ein Produkt, das du beendet hast.

Fachliche Anforderungen

  • Kundenforschung (Discovery)Du findest mit Interviews, Prototypen und Tests heraus, was Kunden brauchen, und streichst Ideen danach auch wieder, wie im Profil Head of Product beschrieben.
  • Roadmap mit BegründungDu legst die Reihenfolge nach Zielen und Kennzahlen je Quartal fest und bleibst dabei, auch wenn der Vertrieb etwas anderes will, so das Profil Head of Product.
  • ProduktkennzahlenDu kennst Aktivierung neuer Nutzer, Nutzung, Kündigungen und Umsatz je Kunde und hast selbst Zugriff auf die Daten, laut Rollenprofil Head of Product.
  • Entscheidungen über das ProduktangebotDu hast Produkte eingeführt, zusammengelegt oder eingestellt und kannst Begründung und Folgen benennen, laut Rollenprofil CPO.
  • Preis- und PaketmodelleDu verantwortest den Deckungsbeitrag je Produkt und das Ergebnis, nicht nur Nutzungszahlen, so das Profil CPO.
  • KI-Kennzeichnung nach Art. 50Seit dem 2. August 2026 müssen KI-Funktionen, die mit Menschen kommunizieren oder Inhalte erzeugen, einen Hinweis und eine maschinenlesbare Kennzeichnung tragen, und du stellst das vor jeder Freigabe sicher[6].

Führung und Zusammenarbeit

  • PersonalverantwortungDu stellst Produktmanager und Product Owner ein, beurteilst und förderst sie, statt sie nur fachlich anzuleiten, laut Rollenprofil Head of Product.
  • Leitung von ProduktleiternAn dich berichten Produktleiter mit eigenen Teams, nicht nur einzelne Produktmanager, so das Profil CPO.
  • Entwickler früh einbindenIn der Atlassian-Befragung von 2025 holen 80 Prozent der Produktteams die Entwickler nicht früh dazu[3].
  • Strategie vor Gremien vertretenDu vertrittst Roadmap und Investitionsbedarf vor Geschäftsführung, Beirat oder Investoren, wie im Profil CPO beschrieben.
  • Regeln für KI im TeamKlare Regeln für den KI-Einsatz haben nur knapp zwei Drittel der Unternehmen in der CAVISIO-Befragung[2].

Das haben wir aus den Anforderungen in den Rollenprofilen Head of Product und CPO und aus den Befragungen von CAVISIO (2026) und Atlassian (2025) abgeleitet, nicht aus gezählten Jobanzeigen.

03 · Gehalt

Gehalt im Produktmanagement: die Gehaltsspanne je Position.

Vom Produktmanager bis zum CPO reichen die Gehaltsspannen von 66,5 bis 176 TEUR. Die Zahlen sind nicht direkt vergleichbar, weil die drei Quellen Verschiedenes messen: Robert Half nennt Anfangsgehälter ohne Bonus, StepStone Angaben aus seinem Gehaltsportal ohne ausgewiesenen Bonus und Experteer Gehälter samt Boni.

PositionTypische SpanneWas die Höhe beeinflusstQuelle
Produktmanager, Fachkraft66,5 bis 98,5 TEURBranche (Software oder Industrie) und ErfahrungRobert Half, Gehaltsübersicht 2026Anfangsgehälter ohne Boni, mittlere Hälfte der Angaben (25. bis 75. Perzentil), in der Mitte 75,5 TEUR
Head of Product78,9 bis 102,5 TEURTitel, Teamgröße und Region, am höchsten in StuttgartStepStone, 2026Titel Head of Product Management, brutto im Jahr, Mitte (Median) 88,6 TEUR
CPO150 bis 176 TEURErgebnisverantwortung, Branche und Standort, etwa München oder BerlinExperteer, 2026brutto im Jahr samt Boni, mittlere Hälfte der Angaben, Durchschnitt 164 TEUR
04 · Job-Trends

Job-Trends im Produktmanagement 2026: neue Pflichten, weniger Stellen.

Zwei neue Regeln aus der EU gelten direkt für Software, und die Zahl der Stellenangebote für Produktmanager ist im Frühjahr gesunken.

Produkthaftung soll auch für Software gelten

Nach dem Regierungsentwurf (Drucksache 21/4297) fällt Software unter die Produkthaftung, ausdrücklich auch KI, egal in welcher Form sie bereitgestellt wird. Nach der EU-Richtlinie 2024/2853 gilt das für Produkte, die ab dem 9. Dezember 2026 auf den Markt kommen. Wer ein Produkt auslaufen lässt, braucht einen Plan für Sicherheitsupdates.

Quelle: Deutscher Bundestag, April 2026; Richtlinie (EU) 2024/2853

Weniger Tagesgeschäft, weiter wenig Kundenkontakt

Knapp 55 Prozent der von CAVISIO Befragten sagen, dass das Tagesgeschäft überwiegt, im Vorjahr waren es 64,5 Prozent. Beim Kunden verbringen fast 72 Prozent keine oder weniger als 10 Prozent ihrer Zeit. Gleichzeitig sind 40 Prozent mit ihrer Rolle sehr zufrieden, ein Jahr zuvor waren es 29 Prozent.

Quelle: CAVISIO, Mai 2026

Mehr Zeit für die Kennzeichnung von KI-Inhalten

Seit dem 2. August 2026 müssen sich KI-Funktionen, die mit Menschen kommunizieren, als KI zu erkennen geben, und erzeugte Inhalte brauchen eine maschinenlesbare Kennzeichnung. Für Systeme, die schon vorher auf dem Markt waren, verlängert die am 24. Juli im Amtsblatt veröffentlichte Omnibus-Verordnung (EU) 2026/1744 die Frist bis zum 2. Dezember 2026.

Quelle: Amtsblatt der EU, Juli 2026

Weniger Stellenangebote für Produktmanager als Anfang 2015

Im 2. Quartal 2026 sank der Hays-Index für Produktmanager um 13 Punkte auf -6 Prozent, es gab also weniger Stellenangebote als im 1. Quartal 2015. Hays zählt Produktmanager zum Marketing, und dort erreichte der Index den niedrigsten Stand seit dem 2. Quartal 2020.

Quelle: Hays, August 2026

06 · Methode

Jede Zahl stammt aus einer öffentlichen Quelle.

Zu jeder Zahl nennen wir Datum und Link. Wo wir etwas selbst einschätzen, steht „unsere Einordnung“ davor.

Woher die Zahlen kommen

Wir nutzen Arbeitsmarktberichte mit Datum, etwa den Hays-Fachkräfte-Index, die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit, die IAB-Stellenerhebung, Statistik Austria, das Bundesamt für Statistik und Branchenverbände wie Bitkom (Digitalwirtschaft), BME (Einkauf) und BVL (Logistik). Die Gehälter stammen aus unserem Gehalts-Kompass, der die Gehaltsquellen je Rolle nebeneinanderstellt.

Wie wir sie übernehmen

Wir übernehmen jede Zahl so, wie die Quelle sie nennt, mit Stand und Abrufdatum und ohne eigene Rechnung oder Rundung. Nennen zwei Quellen verschiedene Werte, steht hier der Wert der Quelle, auf die wir verlinken.

Was wir selbst einschätzen

Welche Anforderungen in einem Bereich gefragt sind, leiten wir aus Rollenprofilen und Studien ab. Prozentwerte ohne Quelle nennen wir nicht.

Wie aktuell die Zahlen sind

Wir prüfen die Quellen jedes Quartal und die Links jede Woche. Eine eigene Auswertung von Jobanzeigen kommt später dazu und bekommt dann einen eigenen Abschnitt.

07 · Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Stellenmarkt und Gehalt im Produktmanagement.

Wie ist der Arbeitsmarkt für Produktmanager 2026?

Schwächer als in den Vorjahren: Laut Hays-Fachkräfte-Index gab es im 2. Quartal 2026 für Produktmanager 6 Prozent weniger Stellenangebote als im 1. Quartal 2015, und der Index lag 13 Punkte unter dem Vorquartal.

Was verdient ein Head of Product?

Laut StepStone 2026 liegt die Gehaltsspanne für Head of Product Management bei 78,9 bis 102,5 TEUR brutto im Jahr, die Mitte (Median) bei 88,6 TEUR. Einen Bonus weist StepStone nicht aus.

Was verdient ein CPO in Deutschland?

Laut Experteer verdient ein CPO 2026 im Schnitt 164 TEUR samt Boni, und die mittlere Hälfte der Gehälter liegt zwischen 150 und 176 TEUR. StepStone kommt auf einen Median von 97,1 TEUR, weil dort alle Angaben unter diesem Titel zählen, auch aus kleinen Firmen.

Wie viel Zeit verbringen Produktmanager beim Kunden?

Wenig, denn in der CAVISIO-Befragung vom Mai 2026 unter 244 Fach- und Führungskräften verbringen fast 72 Prozent keine oder weniger als 10 Prozent ihrer Arbeitszeit beim Kunden.

Was ändert die KI-Verordnung für Produktteams?

Nach Art. 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 müssen KI-Funktionen seit dem 2. August 2026 für Nutzer als KI erkennbar sein, und erzeugte Inhalte brauchen eine maschinenlesbare Kennzeichnung. Für Systeme, die schon vorher auf dem Markt waren, gibt die Omnibus-Verordnung (EU) 2026/1744 dafür Zeit bis zum 2. Dezember 2026.

Quellen

Alle Quellen mit Datum und Link.

  1. Hays: Fachkräfte-Index Marketing, 2. Quartal 2026 (Mitteilung vom 04.08.2026), abgerufen am 29.09.2026. hays.de (öffnet in neuem Tab)
  2. CAVISIO: Wo steht das Produktmanagement im Jahr 2026?, Befragung von 244 Fach- und Führungskräften, 26.05.2026. cavisio.de (öffnet in neuem Tab)
  3. Atlassian: The State of Product in 2026, Befragung in USA, Frankreich und Deutschland, 03.09.2025. atlassian.com (öffnet in neuem Tab)
  4. StepStone: Head of Product Management Gehälter Deutschland 2026, abgerufen am 29.09.2026. stepstone.de (öffnet in neuem Tab)
  5. Experteer: Chief Product Officer (CPO) Gehalt in Deutschland 2026, inklusive Boni, abgerufen am 29.09.2026. experteer.de (öffnet in neuem Tab)
  6. Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), ABl. L vom 12.07.2024, Art. 50 und Art. 113. eur-lex.europa.eu (öffnet in neuem Tab)
  7. Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital-Omnibus-Verordnung zur KI), ABl. L vom 24.07.2026. eur-lex.europa.eu (öffnet in neuem Tab)
  8. Robert Half: Gehalt für Produktmanager in Deutschland, Gehaltsübersicht 2026, abgerufen am 29.09.2026. roberthalf.com (öffnet in neuem Tab)
  9. Deutscher Bundestag: Novelle des Produkthaftungsrechts unterschiedlich bewertet, Anhörung zu Drucksache 21/4297 am 13.04.2026. bundestag.de (öffnet in neuem Tab)
  10. StepStone: Chief Product Officer Gehälter Deutschland 2026, abgerufen am 29.09.2026. stepstone.de (öffnet in neuem Tab)
  11. Richtlinie (EU) 2024/2853 über die Haftung für fehlerhafte Produkte, ABl. L vom 18.11.2024, Art. 2 und 4. eur-lex.europa.eu (öffnet in neuem Tab)
Ronny Marx
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Ronny Marx

Ronny Marx ist seit rund 17 Jahren Führungskraft, vom Art Director über Team Lead, Unit Lead und Commercial Director bis zum Managing Director. Er hat intomarkets und merchantday gegründet und 2024 verkauft, heute baut er synvyr auf.

Stand vom 29.09.2026 · Nächste Prüfung der Quellen im Dezember 2026

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