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Head of E-Commerce: Aufgaben, Anforderungen und Gehalt 2026.

Als Head of E-Commerce, auf Deutsch Leiter E-Commerce oder Leiter Onlinehandel, verantwortest du Onlineumsatz, Shop und Marktplätze. Beim Gehalt liegen die Quellen weit auseinander: StepStone nennt einen Median von 62,9 TEUR, gehalt.de einen von 132,7 TEUR. Seit 19. Juni 2026 brauchen Shops an Verbraucher außerdem eine Widerrufsfunktion nach § 356a BGB, also einen Button, mit dem Kunden ihren Kauf online widerrufen können.

Aktualisiert am 26.09.2026Verantwortet von Ronny Marx12 Minuten Lesezeit
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Head of E-Commerce auf einen BlickStand 09/2026
Führungsebene
Bereichsleitung
Bereich
Digital und E-CommerceArbeitsmarkt, Job-Trends und alle Rollen in Digital und E-Commerce
Auch genannt
Leiter E-Commerce, Leiter Onlinehandel, Leitung E-Commerce, Director E-Commerce
Gehaltsspanne
63 bis 133 TEURMedian bei StepStone 2026 und bei gehalt.de, Michael Page nennt im Gehaltsreport 2027 eine Spanne von 110 bis 150 TEUR[1][2][3]
Berichtet an
Geschäftsführung, Vertriebsleitung oder Chief Digital Officernach unserer Einordnung, je nachdem, wie wichtig der Onlinekanal für das Unternehmen ist
Vorherige Position
E-Commerce Manager, Marketplace Manager, Teamleitung Performance-Marketing
Die Rolle in Kürze

Als Head of E-Commerce verantwortest du, was im Onlineshop verkauft wird.

Gemessen wirst du am Onlineumsatz, der nach Rücksendungen übrig bleibt. Bis ein Kunde auf der Produktseite ankommt, ist das Marketing zuständig, und Preise und Sortiment legt oft der Einkauf fest.

01 · Aufgaben

Die Aufgaben eines Head of E-Commerce und wo sie enden.

Der Head of E-Commerce ist dafür zuständig, was ein Händler oder Hersteller online verkauft: eigener Shop, Marktplätze wie Amazon, Conversion, Sortiment und Preise im Netz. Dafür führt er ein Team für Shop, Marktplätze und Performance-Marketing (messbare Onlinewerbung) und berichtet an Geschäftsführung, Vertriebsleitung oder Digitalleitung.

Im Alltag geht es um Fragen wie diese: Warum ist die Kaufabschlussquote (Conversion Rate) nach der Umstellung des Bestellvorgangs gefallen? Welche Artikel bekommen auf Amazon ein eigenes Werbebudget? Wann lohnt sich der Gratisversand noch, und bei welcher Retourenquote bleibt noch Marge übrig?

Am deutlichsten trennt sich die Rolle vom Head of Marketing. Die Marketingleitung sorgt über alle Kanäle dafür, dass Menschen die Marke kennen und anfragen. Als Head of E-Commerce bist du zuständig, sobald jemand auf der Produktseite ankommt, bis die Ware bezahlt ist und nicht zurückkommt. In vielen Unternehmen ist das Budget für Suchmaschinen- und Marktplatzwerbung umstritten: Wer die Anzeigen für Google Shopping bezahlt, sollte auch an den Käufen gemessen werden, die sie bringen. Kläre deshalb vor dem Jobwechsel, wer über dieses Budget entscheidet.

Der Chief Digital Officer steht eine Ebene höher und entscheidet, ob und wie sich das ganze Geschäftsmodell digital ändern muss, mit Vorhaben in allen Bereichen. Der Head of E-Commerce führt einen Kanal davon und muss dort jeden Monat Umsatz liefern. Technisch ist er nah am Shopsystem, und gehalt.de zählt den Aufbau der Website gemeinsam mit der IT-Abteilung zur Rolle.[2] Eine eigene Softwareentwicklung führt er in der Regel nicht, Server und Warenwirtschaft (ERP) betreut die IT.

An wen du berichtest und wie weit deine Verantwortung reicht, hängt nach unserer Einordnung vor allem davon ab, ob der Shop neben Filialen, neben dem Fachhandel oder allein steht.

UnternehmenWas die Rolle prägtAn wen du berichtestWorauf Personaler und Recruiter achten
Filialhändler mit OnlineshopBestände aus Filiale und Lager online zeigen, Abholung im Markt anbieten und in beiden Kanälen dieselben Preise haltenGeschäftsführung oder VertriebsleitungOb du Abholung im Markt oder Filialbestände im Shop schon einmal eingeführt hast
Hersteller mit DirektvertriebEigener Shop neben dem Fachhandel, Amazon als Vendor (Amazon kauft die Ware ein) oder als Seller (du verkaufst selbst) und Streit um Preise mit den HandelspartnernGeschäftsführung oder Leitung VertriebOb du Amazon als Vendor oder Seller geführt und Preiskonflikte mit dem Fachhandel schon einmal gelöst hast
Reiner OnlinehändlerDer Shop ist das Unternehmen, und Sortiment, Preise, Logistik und Kundenservice laufen über die RolleGeschäftsführung, oft Gründerinnen und GründerOb du Deckungsbeitrag je Bestellung, Retourenquote und Versandkosten selbst gesteuert hast
Marke mit Abo- oder NachfüllmodellWiederkehrende Bestellungen, Kundenbindung und der Kündigungsweg im KundenkontoGeschäftsführung oder DigitalleitungOb du Erfahrung mit Abos hast und weißt, was ein Kunde über die Jahre einbringt
02 · Anforderungen

Anforderungen in Jobanzeigen für Head of E-Commerce und typische Lücken.

Jobanzeigen verlangen meist einen Relaunch, also den Neustart des Shops auf neuer Technik, auf Shopware oder Shopify, Erfahrung mit Amazon Vendor oder Seller Central und den Deckungsbeitrag nach Rücksendung (Erlös abzüglich variabler Kosten und Retouren) als Kennzahl. In vielen Bewerbungen fehlt entweder der eigene Shop neben Amazon oder eine Aussage dazu, was nach Retouren von der Marge bleibt.

Was fast jede Jobanzeige verlangt

  • ShopsystemDu hast mit einer Plattform wie Shopware, Shopify oder Salesforce Commerce Cloud gearbeitet, oft mit einem Relaunch oder Plattformwechsel.
  • MarktplätzeDu kennst Amazon Vendor oder Seller Central und je nach Sortiment Otto, Kaufland oder Zalando.
  • Kennzahlen im OnlinehandelDu steuerst Conversion Rate, Warenkorbwert, Retourenquote, Kosten je Bestellung und den Deckungsbeitrag nach Rücksendung.
  • Suchanzeigen und PreisvergleicheDu hast Google Shopping, Preisvergleiche und Anzeigen auf Marktplätzen gesteuert, oft gemeinsam mit einer Agentur.
  • Zusammenarbeit mit anderen AbteilungenDu arbeitest eng mit Logistik, Kundenservice, IT und Einkauf, die für Lieferzeit und Verfügbarkeit geradestehen.

Häufige Lücken in der Bewerbung

  • Nur ein KanalDu warst jahrelang auf Amazon, hast aber nie einen eigenen Shop verantwortet, oder umgekehrt.
  • Umsatz ohne MargeIm Lebenslauf steht Wachstum, aber nichts zu Retouren, Rabatten und Deckungsbeitrag.
  • Relaunch begleitet, nicht geführtDu hast am Plattformwechsel mitgearbeitet, aber Budget, Dienstleister und Starttermin lagen bei jemand anderem.
  • Keine Erfahrung nach dem KaufDu hast nie mit Lager, Versanddienstleister oder Retourenabwicklung verhandelt.

Warnsignale in der Jobanzeige

  • Umsatzziel ohne MitspracheDu sollst den Onlineumsatz verdoppeln, aber Preise und Sortiment legt der Einkauf allein fest. Frage deshalb nach, worüber du mitentscheiden darfst.
  • Leitungstitel für ShoppflegeIm Aufgabenprofil stehen Produktdaten einpflegen, Bilder hochladen und Bestellungen prüfen. Das ist Shopbetreuung ohne Führungsverantwortung, auch wenn der Titel etwas anderes sagt.
  • Amazon bleibt beim VertriebLaut Jobanzeige gehört der Marktplatz zu deinem Bereich, das Vendor-Konto führt aber der Key Account Manager aus dem Vertrieb. Lass dir die Zuständigkeit vor der Zusage schriftlich bestätigen.
03 · Gehalt

Das Gehalt als Head of E-Commerce und die übliche Gehaltsspanne.

StepStone nennt 2026 einen Median von 62,9 TEUR, gehalt.de einen Median von 132,7 TEUR, allerdings ohne Datum.[1][2] Michael Page nennt im Gehaltsreport 2027 für Konsumgüterhersteller eine Gehaltsspanne von 110 bis 150 TEUR.[3] Welche Zahl für dich gilt, hängt davon ab, wie groß der Onlinekanal ist, den du tatsächlich führst.

Die Quellen erfassen Unterschiedliches: StepStone wertet eigene Erhebungen zum englischen Titel aus, gehalt.de die Gehälter im Beruf bei 40 Wochenstunden, und die Personalberatung Michael Page nennt durchschnittliche Jahresgehälter brutto bei Konsumgüterherstellern. Indeed stützt sich auf Zahlen von Glassdoor.

QuelleGehaltWorauf die Zahl beruhtStand
StepStone[1]Median 62,9 TEUR, 53,7 bis 73,6 TEURBruttojahresgehalt für den Titel Head of E-Commerce aus eigenen Erhebungen von StepStone2026
Michael Page[3]Durchschnitt 130 TEUR, 110 bis 150 TEUR, dazu 15 Prozent BonusDurchschnittliches Bruttojahresgehalt für Head of E-Commerce im Vertrieb von Konsumgütern (FMCG Sales), Bonus getrennt ausgewiesenGehaltsreport 2027
Indeed[4]rund 100 TEUR, 72,5 bis 117,5 TEURKarriere-Ratgeber, der auf Zahlen von Glassdoor beruhtJuli 2025
gehalt.de[2]Median 132,7 TEUR, 114,3 bis 154,2 TEURBruttojahresgehalt für Head of E-Commerce bei 40 Wochenstunden, die Spanne umfasst die mittlere Hälfte der Gehälterohne Datum, abgerufen 09/2026
StepStone[14]Median 56,4 TEUR, 48,5 bis 67,3 TEURBruttojahresgehalt für den deutschen Titel Leiter/in eCommerce, zum Vergleich mit dem englischen Titel2026

Warum das Gehalt so unterschiedlich ausfällt

  • Erfahrung. Mit weniger als drei Jahren Berufserfahrung nennt gehalt.de 102,1 TEUR, mit mehr als neun Jahren 134,2 TEUR.[2] Bei StepStone liegt das Gehalt mit Erfahrung bei durchschnittlich 84 TEUR und damit gut 20 TEUR über dem Median.[1]
  • Unternehmensgröße. In Betrieben mit weniger als 100 Beschäftigten kommt gehalt.de auf 121,3 TEUR, bei mehr als 20.000 Beschäftigten auf 142,5 TEUR.[2]
  • Region. Unter den Städten, die StepStone nennt, zahlt Stuttgart mit 74,3 TEUR am meisten und Leipzig mit 61,0 TEUR am wenigsten.[1] Bei gehalt.de liegt Baden-Württemberg mit 139,0 TEUR vorn und Mecklenburg-Vorpommern mit 114,1 TEUR hinten.[2]
  • Titel. Hinter dem englischen Titel stehen sehr unterschiedliche Stellen, vom Einzelkämpfer im kleinen Shop bis zur Leitung eines Onlinekanals mit dreistelligem Millionenumsatz. Das drückt die Durchschnittswerte, und so erklären wir uns die niedrigen Werte bei StepStone.

Welche Gehaltsspanne zu deiner Stelle passt

Führst du eigene Teamleitungen für Shop und Marktplätze und verantwortest einen zweistelligen Millionenumsatz, sind Michael Page und gehalt.de der passende Vergleich. Bist du allein für einen kleinen Shop zuständig, liegt StepStone näher an deiner Stelle.

Was du beim Bonus klären solltest

Michael Page rechnet für die Rolle mit einem Bonus von 15 Prozent, bei 130 TEUR also knapp 20 TEUR.[3] Frage im Vorstellungsgespräch, woran der Bonus hängt: am Bruttoumsatz, den man mit Rabatten leicht steigern kann, oder am Deckungsbeitrag nach Retouren, den du über Sortiment, Versandkosten und Werbung tatsächlich steuerst.

04 · Bewerbungsverfahren

Bewerbung und Vorstellungsgespräch als Head of E-Commerce.

Im Auswahlverfahren zählt vor allem, ob du aus Retourenquote und Deckungsbeitrag ableiten kannst, welche Warengruppe auf Amazon gehört. Der Ablauf unten ist typisch, im Mittelstand gibt es oft weniger Stufen.

  • VorauswahlPersonaler oder eine auf den Handel spezialisierte Personalberatung schauen sich Onlineumsatz, Plattformen, Marktplätze und Teamgröße an.
  • FachgesprächMit Geschäftsführung oder Vertriebsleitung sprichst du über Conversion, Retouren und Marktplatzstrategie und darüber, was du beim letzten Relaunch gelernt hast.
  • FallaufgabeDu gehst zum Beispiel den Shop des Unternehmens von der Startseite bis zum Checkout durch und stellst drei Verbesserungen mit messbarer Wirkung vor, oder du beantwortest, ob eine Warengruppe auf Amazon gehört.
  • Weitere AbteilungenDu sprichst mit IT, Logistik oder Marketing, weil jede Verbesserung im Shop dort Arbeit auslöst.
  • AngebotDen Vertrag schließt in der Regel die Geschäftsführung. Kläre vorher, wer über Preise und Werbebudget entscheidet, und lass diese Zuständigkeit in den Vertrag oder die Stellenbeschreibung schreiben.

Typische Fragen im Vorstellungsgespräch

  • Wie hoch war die Retourenquote in Ihrem letzten Shop, und was haben Sie konkret dagegen getan?
  • Nach welchen Regeln entscheiden Sie, ob ein Artikel auf Amazon angeboten wird oder nur im eigenen Shop?
  • Welcher Relaunch ist schiefgegangen, und woran haben Sie es in den ersten Tagen gemerkt?
  • Wie viel Umsatz kam zuletzt aus bezahlter Werbung, und wie haben Sie den Deckungsbeitrag nach Werbekosten gemessen?
  • Wie haben Sie die Widerrufsfunktion nach § 356a BGB im Shop umgesetzt, und wer war daran beteiligt?
  • Wo hören Ihre Entscheidungen auf, und wo beginnt die des Einkaufs oder des Marketings?
05 · Karrierewege

Der Karriereweg zum Head of E-Commerce und die nächsten Schritte.

Wege in die Position

Häufige Positionen vor dem Wechsel, nach unserer Einordnung

  • E-Commerce Manager oder Shop Manager kennt den eigenen Shop in allen Einzelheiten, hat aber selten Marktplätze verantwortet
  • Marketplace Manager bringt Amazon-Erfahrung mit, kennt die Technik eines eigenen Shops aber oft nicht
  • Teamleitung Performance-Marketing kennt Suchanzeigen und Preisvergleiche, Logistik und Retouren dagegen weniger
  • Beratung oder Agentur für Shopsysteme kennt Plattformen und Relaunches, war aber selten für Umsatz und Marge verantwortlich

Wege nach der Position

Wohin die Rolle führen kann, nach unserer Einordnung

06 · Job-Trends

Neue Pflichten für Onlineshops und was sich 2026 für dich ändert.

Widerrufsfunktion und Barrierefreiheit setzt du als Head of E-Commerce im Shop um, vom Kundenkonto über die Gastbestellung bis zur Retourenabwicklung.

Seit 19. Juni 2026 brauchen Onlineshops eine Widerrufsfunktion nach § 356a BGB, und seit 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für Shops, die an Verbraucher verkaufen. Der Markt wächst dabei langsam: Der Onlinehandel legte 2025 um 3,9 Prozent zu, und Temu und Shein kamen auf 5 Prozent Marktanteil.[6][7][11][5]

Widerrufen per Klick

Die Widerrufsfunktion wird im Shop gebaut und betrifft dort Kundenkonto, Gastbestellung und die Übergabe an die Retourenabwicklung. Wer online Verträge mit Verbrauchern schließt (Fernabsatzverträge über eine Online-Benutzeroberfläche), muss während der ganzen Widerrufsfrist eine gut sichtbare und leicht erreichbare Funktion „Vertrag widerrufen“ anbieten. Danach folgt eine Bestätigung „Widerruf bestätigen“, und der Kunde bekommt unverzüglich eine Eingangsbestätigung mit Inhalt, Datum und Uhrzeit auf einem dauerhaften Datenträger, etwa per E-Mail.[6] Die Pflicht gilt seit 19. Juni 2026 nach § 356a BGB und kam mit dem Gesetz zur Änderung des Verbrauchervertrags- und des Versicherungsvertragsrechts sowie zur Änderung des Behandlungsvertragsrechts vom 3. Februar 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 28).[13][7] Im Vorstellungsgespräch solltest du sagen können, wer die Widerrufsfunktion in deinem Shop gebaut hat.

Kündigen bei Abos

Verkauft dein Shop Abos oder Mitgliedschaften an Verbraucher, braucht er nach § 312k BGB eine Schaltfläche „Verträge hier kündigen“ und eine Bestätigungsseite mit „jetzt kündigen“. Fehlt das, dürfen Kunden nach Abs. 6 jederzeit ohne Frist kündigen.[8] Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am 16. Juli 2026 entschieden, dass die Bestätigungsseite nur die Angaben enthalten darf, die für die Kündigung nötig sind, und ein Hinweis auf das Pausieren des Vertrags gehört deshalb nicht dorthin (I ZR 200/25).[9] Ob der Shop vorher ein Login verlangen darf, verhandelt der BGH am 5. November 2026 (I ZR 272/25, I ZR 275/25).[10]

Barrierefreiheit im Shop

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt für Shops und Apps, über die Verbraucher nach dem 28. Juni 2025 Verträge schließen (§ 1 Abs. 3 Nr. 5 BFSG, § 2 Nr. 26). Shop und App müssen für Menschen mit Behinderungen auffindbar, zugänglich und nutzbar sein (§ 3 Abs. 1).[11] Ausgenommen sind Kleinstunternehmen, also Dienstleister mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Mio. Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme (§ 3 Abs. 3, § 2 Nr. 17).[12] Wenn du in Bewerbung oder Vorstellungsgespräch ein Shopprojekt nennst, solltest du sagen können, wie die Barrierefreiheit geprüft wurde.

Langsames Wachstum, neue Wettbewerber

Laut HDE Online-Monitor 2026 wuchs der Onlinehandel in Deutschland 2025 um 3,9 Prozent auf 92,3 Mrd. Euro netto, und sein Anteil am Einzelhandel stieg auf 13,5 Prozent. Amazon kommt mit eigenem Handel und Marktplatz auf 63,3 Prozent des Onlineumsatzes, Temu und Shein auf 5,0 Prozent. Mehr als jeder fünfte Befragte nutzt KI schon bei der Suche nach Produkten.[5] Weil knapp zwei Drittel des Onlineumsatzes über Amazon laufen, muss fast jeder Händler entscheiden, welche Warengruppe er dort anbietet und welche nur im eigenen Shop.

07 · Stelle prüfen

Jobanzeigen im Onlinehandel mit synvyr richtig einordnen.

Im Onlinehandel verrät der Titel wenig darüber, wie viel Verantwortung hinter einer Stelle steckt. synvyr schätzt die Führungsebene ein, du korrigierst sie bei Bedarf, und die Gehaltsspanne richtet sich danach.

  • Ebene dieser RolleDu siehst, auf welcher Führungsebene die Stelle liegt, und kannst die Einordnung korrigieren. „Head of E-Commerce“ und „Director E-Commerce“ ordnet synvyr als „Direktor / Head of“ ein, „E-Commerce Manager“ wegen des Wortes Manager als „Abteilungs-/Bereichsleitung“, auch wenn nur ein Shop betreut wird. „Leiter Onlinehandel“ enthält keinen Hinweis auf die Ebene, deshalb ordnet synvyr die Stelle vorsichtig als Fachrolle ein.
  • GehaltsperspektiveSteht in der Jobanzeige kein Gehalt, siehst du die übliche Gehaltsspanne für die Stelle. Sie richtet sich nach der Führungsebene, nach deiner Korrektur also nach der richtigen.
  • Anforderungen & LückenOb Amazon Vendor Central, ein Shopware-Relaunch oder die Steuerung der Retouren: Zu jeder Anforderung siehst du, ob du sie erfüllst, nur schwach belegst oder ob sie dir fehlt. Fehlt dir die Marktplatzerfahrung, entscheidest du, ob du Angaben ergänzt, die Lücke mit anderer Erfahrung ausgleichst oder sie ignorierst.
  • Kennzahlen bestätigenSteht bei einer früheren Position in deinem Lebenslauf „35 Mio. EUR Umsatz“ oder „in 7 Ländern“, schlägt synvyr Umsatzverantwortung und Märkte als Kennzahl vor, und du bestätigst den Vorschlag oder lehnst ihn ab.
  • Was auf dieser Ebene typischerweise geprüft wirdDu siehst, was auf dieser Führungsebene üblicherweise geprüft wird und ob deine Angaben es belegen. Bei „Strategie für den eigenen Bereich“ zählt etwa, dass in deinen Angaben eine Strategie steht, die du selbst entwickelt oder umgesetzt hast, zum Beispiel für den Marktplatzvertrieb, sonst gilt der Punkt nur als teilweise belegt.
  • Interview-SimulationDu übst das Vorstellungsgespräch mit der Geschäftsführung, in dem es um Strategie, Wirkung und Gehalt geht. So kannst du vorher durchspielen, wie du begründest, warum eine Warengruppe in den eigenen Shop gehört und nicht zu Amazon.

Mit der kostenlosen Chrome-Erweiterung holst du die Jobanzeige, die du gerade offen hast, mit einem Klick in synvyr und kannst sie dort gleich prüfen. Vorher zeigt sie dir Titel und Firma. Mehr zur Chrome-Erweiterung

08 · Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Gehalt, Aufgaben und Karriere als Head of E-Commerce.

Was verdient ein Head of E-Commerce in Deutschland?

StepStone nennt 2026 einen Median von 62,9 TEUR, gehalt.de einen Median von 132,7 TEUR auf einer Seite ohne Datum, abgerufen im September 2026. Michael Page nennt im Gehaltsreport 2027 für Konsumgüterhersteller eine Gehaltsspanne von 110 bis 150 TEUR und dazu 15 Prozent Bonus. Wo du darin liegst, hängt davon ab, wie viel Umsatz und wie viele Menschen du tatsächlich führst.

Ist Leiter E-Commerce dasselbe wie Head of E-Commerce?

Meist ja, beide Titel meinen die Verantwortung für den Onlinekanal. Laut StepStone steht der deutsche Titel aber öfter über kleineren Stellen, der Median liegt bei 56,4 TEUR statt 62,9 TEUR beim englischen Titel. Wie groß die Stelle ist, erkennst du an Teamgröße, Umsatz und daran, ob Marktplätze dazugehören. Eine Stelle als E-Commerce Manager kann dasselbe meinen oder nur die Betreuung des Shops.

Wo endet die Rolle, und wo beginnt der Head of Marketing?

Das Marketing sorgt dafür, dass Menschen die Marke kennen und anfragen. Der Head of E-Commerce ist zuständig, sobald jemand auf der Produktseite ankommt, und verantwortet den Kauf bis zur Bezahlung und die Rücksendungen. Oft ist das Budget für Shopping-Anzeigen umstritten, deshalb solltest du vor der Zusage klären, wer es verwaltet.

Was unterscheidet einen Head of E-Commerce vom Chief Digital Officer?

Der Chief Digital Officer verändert das Geschäftsmodell über alle Bereiche und gehört meist zur Geschäftsleitung oder arbeitet eng mit ihr. Der Head of E-Commerce führt einen Kanal und wird am Onlineumsatz des laufenden Jahres gemessen.

Muss ein Head of E-Commerce programmieren können?

Nein, programmieren musst du nicht, denn Server und Warenwirtschaft (ERP) betreut die IT. Beim Relaunch liegen aber Budget, Dienstleister und Starttermin bei dir, und du musst beurteilen, ob ein Plattformwechsel das Geld wert ist.

Was muss ein Onlineshop seit 2026 zusätzlich können?

Seit 19. Juni 2026 verlangt § 356a BGB von Shops, die online Verträge mit Verbrauchern schließen, eine Funktion „Vertrag widerrufen“ mit Bestätigung und Eingangsbestätigung. Shops mit Abos brauchen außerdem den Kündigungsbutton nach § 312k BGB. Seit 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für Shops an Verbraucher, außer bei Kleinstunternehmen.

Wie wird man Head of E-Commerce?

Häufig wechselst du aus einer Position als E-Commerce Manager, aus dem Marktplatzmanagement oder aus der Leitung eines Teams für Performance-Marketing in die Rolle. Den Ausschlag gibt, ob du Erfahrung mit eigenem Shop und Marktplätzen zugleich nachweisen kannst und eine Zahl zum Deckungsbeitrag nennst, nicht nur zum Umsatz.

Quellen

Alle Quellen mit Datum und Link.

  1. StepStone: Head of E-Commerce Gehälter in Deutschland 2026, abgerufen am 26.09.2026. stepstone.de (öffnet in neuem Tab)
  2. gehalt.de: Head of E-Commerce, Gehalt und Beruf. Seite ohne Datum, abgerufen am 26.09.2026. gehalt.de (öffnet in neuem Tab)
  3. Michael Page: Gehaltsreport 2027, Sales & Marketing, Head of E-Commerce (FMCG Sales), durchschnittliches Bruttojahresgehalt, abgerufen am 26.09.2026. michaelpage.de (öffnet in neuem Tab)
  4. Indeed Karriere-Guide: Gehalt als Head of E-Commerce (m/w/d), 01.07.2025. indeed.com (öffnet in neuem Tab)
  5. Handelsverband Deutschland (HDE) mit IFH Köln: HDE Online-Monitor 2026, Befragungen Oktober 2025. einzelhandel.de (öffnet in neuem Tab)
  6. § 356a BGB, Elektronische Widerrufsfunktion bei Fernabsatzverträgen, abgerufen am 26.09.2026. gesetze-im-internet.de (öffnet in neuem Tab)
  7. Bitkom: Praxisleitfaden zur Umsetzung des Widerrufsbuttons, Mai 2026 (Inkrafttreten des § 356a BGB am 19.06.2026 nach Art. 10 Abs. 1 des Änderungsgesetzes). bitkom.org (öffnet in neuem Tab)
  8. § 312k BGB, Kündigung von Verbraucherverträgen im elektronischen Geschäftsverkehr, abgerufen am 26.09.2026. gesetze-im-internet.de (öffnet in neuem Tab)
  9. Bundesgerichtshof: Pressemitteilung 128/2026 zum Urteil vom 16.07.2026, I ZR 200/25. bundesgerichtshof.de (öffnet in neuem Tab)
  10. Bundesgerichtshof: Pressemitteilung 133/2026 vom 27.07.2026, Verhandlungstermin 05.11.2026, I ZR 272/25 und I ZR 275/25. bundesgerichtshof.de (öffnet in neuem Tab)
  11. § 1 Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), Anwendungsbereich, abgerufen am 26.09.2026. gesetze-im-internet.de (öffnet in neuem Tab)
  12. § 3 BFSG, Barrierefreiheit, mit § 2 Nr. 17 und Nr. 26 (Begriffe), abgerufen am 26.09.2026. gesetze-im-internet.de (öffnet in neuem Tab)
  13. Gesetz zur Änderung des Verbrauchervertrags- und des Versicherungsvertragsrechts sowie zur Änderung des Behandlungsvertragsrechts vom 03.02.2026, BGBl. 2026 I Nr. 28 vom 05.02.2026. recht.bund.de (öffnet in neuem Tab)
  14. StepStone: Leiter/in eCommerce Gehälter in Deutschland 2026, abgerufen am 26.09.2026. stepstone.de (öffnet in neuem Tab)
Ronny Marx
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Ronny Marx

Ronny Marx ist seit rund 17 Jahren Führungskraft, vom Art Director über Team Lead, Unit Lead und Commercial Director bis zum Managing Director. Er hat intomarkets und merchantday gegründet und 2024 verkauft, heute baut er synvyr auf.

Stand vom 26.09.2026 · Nächste Überprüfung mit der Monatsauswertung Oktober

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