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Head of Data: Aufgaben, Anforderungen und Gehalt 2026.

Als Head of Data, in deutschen Jobanzeigen oft Leiter Data & Analytics, Leiter Datenmanagement oder Leiter BI, sorgst du dafür, dass jede wichtige Zahl im Unternehmen eine klare Herkunft und Definition hat. Je nach Zuschnitt beginnt die Gehaltsspanne bei StepStone bei 75 TEUR, und das Profiling Institut setzt für die Stufe Head of Data 140 TEUR Fixgehalt und mehr an. Seit dem 27. Juli 2026 müssen Unternehmen die KI-Kompetenz ihrer Mitarbeitenden nach Art. 4 der KI-Verordnung nur noch fördern.

Aktualisiert am 26.09.2026Verantwortet von Ronny Marx12 Minuten Lesezeit
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Head of Data auf einen BlickStand 09/2026
Führungsebene
Bereichsleitung (Head of)
Bereich
DatenArbeitsmarkt, Job-Trends und alle Datenrollen
Andere Titel in Jobanzeigen
Leiter Data & Analytics, Leiter Datenmanagement, Leiter BI, Head of Business Intelligence
Gehaltsspanne
75 bis 98 TEURgerundet, StepStone 2026 für den verwandten Titel Head of Analytics[1]
Berichtet an
CIO, CFO oder Geschäftsführungim Konzern mit eigenem Datenvorstand an den Chief Data Officer
Berufserfahrung
ab 12 Jahrenlaut Profiling Institut für die Stufe Principal (leitende Fachkraft) oder Head of Data, Mai 2026[3]
Die Rolle in Kürze

Head of Data: die Führungskraft, die festlegt, welche Zahl gilt.

Als Head of Data legst du fest, was „Umsatz“ oder „aktiver Kunde“ bedeutet, während der CIO die Systeme betreibt, aus denen die Zahlen kommen. Eine Leitung BI verantwortet meist nur die Berichte, ein Head of Data hat dazu Data Engineering, Data Science und die Regeln für den Umgang mit Daten unter sich.

01 · Aufgaben

Als Head of Data führst du diese Aufgaben, und bei manchen entscheiden andere.

Als Head of Data leitest du das Datenteam, das Daten aufbereitet, auswertet und berichtet, und verantwortest saubere Daten, klare Regeln und die ersten KI-Anwendungen. Die Technik liegt bei CIO oder CTO, und wo es einen Chief Data Officer gibt, vertritt er die Daten im Vorstand.

Die Arbeit hat drei Teile, die im kleinen Unternehmen eine Person übernimmt und im großen je ein eigenes Team. Erstens stellst du Daten bereit, indem dein Team sie aus ERP, CRM, Shop und Maschinen in einen zentralen Datenspeicher lädt, etwa ein Data Warehouse oder Lakehouse. Zweitens wertet ihr sie aus, in Berichten, Dashboards, Analysen und Modellen, auf die Vertrieb, Controlling oder Einkauf ihre Entscheidungen stützen. Drittens sicherst du die Daten ab: Du regelst, wer welche Daten sehen darf, wer die Stammdaten wie Kunden- und Artikeldaten in ERP und CRM pflegt und was passiert, wenn eine Quelle falsche Werte liefert. Auf der obersten Führungsstufe im Data Engineering verantwortest du laut Profiling Institut auch Investitionen.[3]

Von CIO und CTO unterscheidet dich vor allem, dass dir die Technik nicht gehört. Der CIO betreibt die Systeme, aus denen die Daten kommen, und verhandelt die großen Verträge, der CTO verantwortet in Softwareunternehmen die Plattform des Produkts, und du machst aus diesen Quellen die Kennzahlen. Beim Kürzel CDO lohnt ein zweiter Blick: Laut Profiling Institut steht es in rund 70 Prozent der DAX- und MDAX-Konzerne für den Chief Digital Officer, in Banken und Versicherungen dagegen oft für den Chief Data Officer, der dort Datenplattform und Governance, also die verbindlichen Regeln für den Umgang mit Daten, verantwortet.[5] Gibt es einen solchen Datenvorstand, berichtest du nach unserer Einschätzung an ihn, und das digitale Geschäftsmodell liegt beim Chief Digital Officer.

Rechtlich bist du als Head of Data in aller Regel angestellt und gehörst nicht zur Geschäftsführung. Die Pflichten der KI-Verordnung treffen das Unternehmen, das ein KI-System entwickelt („Anbieter“) oder in eigener Verantwortung einsetzt („Betreiber“), so Art. 3 Nr. 3 und 4 der Verordnung (EU) 2024/1689.[6] Umgesetzt werden sie nach unserer Einschätzung meist in deinem Team, denn dort liegen die Daten, mit denen KI-Systeme lernen und arbeiten.

Die vier Unternehmensarten in der Tabelle sind unsere fachliche Einschätzung, keine Erhebung.

UnternehmenWas die Rolle prägtBerichtet anWorauf Personaler und Recruiter achten
Mittelständischer IndustriebetriebDu baust das erste zentrale Datenlager auf und führst ERP- und Maschinendaten zusammen, mit einem kleinen Team und externen PartnernCFO, kaufmännische Geschäftsführung oder CIOOb du ein Datenlager mit kleinem Team und Partnern betrieben hast und die Fertigung mit deinen Kennzahlen arbeitet
Bank oder VersicherungDu sicherst die Datenqualität für Meldewesen und Risikomodelle, setzt strenge Zugriffsregeln durch und verantwortest Modelle zur Bonität oder TarifierungChief Data Officer oder VorstandErfahrung mit Governance und im Umgang mit Prüfern und Aufsicht
Handel und E-CommerceDu lieferst Absatzprognosen sowie Preis- und Sortimentsanalysen und führst Kundendaten aus Shop und Filiale zusammenGeschäftsführung oder Chief Digital OfficerAbsatzprognosen, nach denen Einkauf oder Disposition tatsächlich bestellen
Software- oder PlattformunternehmenDu verantwortest Produktdaten und Nutzungsanalysen und baust Datenprodukte für KundenCTO oder CPOOb du die Kosten je Abfrage kennst und Datenprodukte gebaut hast, die Kunden nutzen
02 · Anforderungen

Anforderungen in Jobanzeigen für Head of Data und woran Bewerbungen scheitern.

Zwei Lücken fallen Personalern in Bewerbungen auf: viel Technik, aber keine Entscheidung, die sich durch die Daten geändert hat, und viele Prototypen, aber kein KI-Modell, das dauerhaft läuft.

Was Jobanzeigen typischerweise verlangen

  • Architektur des DatenlagersDu baust den zentralen Datenspeicher auf oder löst den alten ab, also ein Data Warehouse oder Lakehouse, gängig sind etwa Snowflake, Databricks oder Microsoft Fabric und Werkzeuge wie dbt und Airflow.
  • Data GovernanceDu legst fest, wer für welche Daten verantwortlich ist, führst einen Datenkatalog ein und regelst Zugriffsrechte, Löschung und Aufbewahrung gemeinsam mit dem Datenschutz.
  • Berichte für die FachbereicheDu sorgst dafür, dass Vertrieb, Controlling und andere Fachbereiche selbst mit Berichten und Auswertungen arbeiten können (Self-Service), etwa in Power BI oder Tableau.
  • KI-AnwendungsfälleMindestens ein Modell hat es unter deiner Leitung vom Prototyp in den laufenden Betrieb geschafft, und sein Nutzen ist belegt.
  • Führung eines gemischten TeamsData Engineers bereiten die Daten auf, Analysten bauen die Berichte und Data Scientists die Modelle, und du sorgst dafür, dass alle mit denselben Definitionen arbeiten.

Häufige Lücken in der Bewerbung

  • Werkzeug statt WirkungDie eingesetzte Technik ist ausführlich beschrieben, aber es fehlt eine Entscheidung, die sich durch die Daten geändert hat.
  • Governance nur auf dem PapierEs gibt Richtlinien, aber du hast nie durchgesetzt, dass ein Fachbereich seine Stammdaten selbst pflegt.
  • Prototypen ohne BetriebDu nennst viele Machbarkeitsstudien, aber kein Modell, das dauerhaft überwacht und neu trainiert wird und einen festen Verantwortlichen hat.
  • Keine Kosten im BlickDie Rechnung für die Cloud steigt, aber niemand weiß, was eine Abfrage oder ein Bericht kostet.

Warnsignale in Jobanzeigen für Head of Data

  • Datenstrategie ohne EntscheidungsmachtDie Jobanzeige verspricht eine „unternehmensweite Datenstrategie“, aber die Stelle liegt zwei Ebenen unter der Geschäftsführung. Dann schreibst du Konzepte, die niemand beschließt.
  • Ein Team aus einer PersonIm Titel steht Leitung, aber die Jobanzeige nennt Daten aufbereiten, Dashboards pflegen und Anfragen beantworten als eigene Aufgaben.
  • KI ohne saubere DatenDie Jobanzeige verspricht KI-Projekte, sagt aber nichts zur Datenqualität in ERP und CRM. Frage im Gespräch, wer heute für falsche Stammdaten geradesteht.
03 · Gehalt

Diese Gehaltsspanne ist für Head of Data üblich.

Für den verwandten Titel Head of Analytics nennt StepStone 2026 einen mittleren Wert (Median) von 83,9 TEUR bei einer Spanne von 74,9 bis 97,8 TEUR.[1] Das Profiling Institut setzt für die Stufe Principal oder Head of Data ab zwölf Jahren Erfahrung 140 bis 220 TEUR Fixgehalt und mehr an.[3] Die erste Zahl passt oft zu einer Teamleitung für Berichte, die zweite zur Spitze eines ganzen Datenbereichs.

Keine der großen Gehaltsübersichten weist den Titel Head of Data eigens aus. StepStone hat Werte für die verwandten Titel Head of Analytics und Teamleiter/in Business Intelligence, Experteer für Head of Data & Insights, und das Profiling Institut ordnet die Führungsstufen in Data Engineering und Data Science ein.

QuelleWertWofür der Wert giltStand
StepStone[1]Median 83,9 TEUR, 74,9 bis 97,8 TEURBruttojahresgehalt für den Titel Head of Analytics, bundesweit, aus den Gehaltsdaten von StepStone2026
StepStone[2]Median 76,1 TEUR, 67,9 bis 89,7 TEURTitel Teamleiter/in Business Intelligence, dieselbe Erhebung2026
Profiling Institut[3]140 bis 220 TEUR und mehrFixgehalt für die Stufe Principal oder Head of Data ab 12 Jahren ErfahrungMai 2026
Profiling Institut[4]135 bis 200 TEUR und mehrFixgehalt für die Stufe Principal oder Head of Data Science ab 10 Jahren, dazu Bonus oder BeteiligungJanuar 2026
Experteer[10]Durchschnitt 128 TEUR, mittlere 50 Prozent 118 bis 138 TEURBruttojahresgehalt inklusive Bonus für den Titel Head of Data & Insights, in München im Durchschnitt 169 TEUR2026

Warum die Gehälter so weit auseinanderliegen

  • Art des Arbeitgebers: Bei großen Tech-Konzernen liegen Stellen im Data Engineering laut Profiling Institut samt Aktienanteilen 30 bis 50 Prozent über dem deutschen Durchschnitt.[3]
  • Region: Für Head of Analytics nennt StepStone als Median in Stuttgart 99,9 TEUR, in Hamburg 94,3 TEUR und in München 83,9 TEUR.[1]

Welche Zahlen zu deiner Stelle passen

Führst du in einem mittelständischen Unternehmen ein Team für Berichte und Analysen, liegen die Werte von StepStone näher an deiner Stelle. Verantwortest du Datenplattform, Governance und KI für einen Konzernbereich und berichtest an den Vorstand, sind die Stufen des Profiling Instituts der bessere Vergleich. Frage im Vorstellungsgespräch nach Teamgröße und Budget für die Datenplattform, denn beides sagt mehr über die Stelle als der Titel.

Was im Vertrag zählt

  • Bonusziele: Knüpfe sie an Ergebnisse, die du selbst steuerst, etwa die Verfügbarkeit der Berichte oder Modelle im laufenden Betrieb.
  • Weiterbildung: Vereinbare im Vertrag ein festes Budget für Zertifizierungen auf der Plattform der Stelle, etwa Snowflake, Databricks oder Microsoft Fabric.
  • Beteiligung: Für Head of Data Science nennt das Profiling Institut ausdrücklich „Bonus oder Beteiligung“ zusätzlich zum Fixgehalt.[4] Vergleiche ein Angebot mit Anteilen deshalb nicht allein am Fixgehalt.
04 · Bewerbungsverfahren

So wählen Unternehmen im Vorstellungsgespräch ihren Head of Data aus.

Meist gibt es ein technisches Gespräch und eines mit den Fachbereichen, und im zweiten zählt, ob du erklären kannst, welche von zwei Umsatzzahlen gilt.

  • VorauswahlPersonaler, Recruiter oder eine Personalberatung vergleichen Teamgröße, Plattform und Branche mit der Stelle.
  • Gespräch mit der künftigen FührungskraftCIO, CFO oder Chief Data Officer fragen nach deinem Plan für die Daten, nach Budget und nach dem Stand der Datenqualität bei deinem letzten Arbeitgeber.
  • Technisches GesprächArchitekten oder leitende Data Engineers sprechen mit dir über den Aufbau des Datenlagers, über Kosten und über den Betrieb von Modellen.
  • FallaufgabeDu erstellst etwa einen Plan für die ersten hundert Tage, eine Governance-Struktur für ein Unternehmen ohne Datenverantwortliche oder eine Bewertung eines KI-Vorhabens.
  • Fachbereiche und AngebotDu sprichst mit Vertrieb, Controlling oder Fertigung, danach holt die Geschäftsführung Referenzen ein und macht das Angebot.

Diese Fragen erwarten dich im Vorstellungsgespräch

  • Welche Entscheidung hat Ihr Team zuletzt verändert, und woran haben Sie das gemessen?
  • Zwei Bereiche berichten unterschiedliche Umsatzzahlen. Wie klären Sie, welche gilt?
  • Welches Modell haben Sie in den Betrieb gebracht, und wer ist heute dafür verantwortlich?
  • Wie viel kostet Ihre Datenplattform im Monat, und was haben Sie zuletzt dagegen getan?
  • Wie haben Sie Mitarbeitende geschult, die mit KI-Werkzeugen arbeiten?
  • Wo endet Ihre Verantwortung, und wo beginnt die des CIO?
05 · Karrierewege

Diese Wege führen in die Karriere als Head of Data und danach weiter.

Wege in die Rolle

Diese Positionen kommen häufig davor

  • Staff oder Lead Data Engineer laut Profiling Institut mit 8 bis 12 Jahren Erfahrung, auf dieser Stufe verantwortest du schon eine teamübergreifende Datenstrategie und Regeln für Governance[3]
  • Lead Data Scientist laut Profiling Institut mit 7 bis 10 Jahren Erfahrung[4], für die Rolle kommen Plattform und Berichtswesen dazu
  • Teamleitung Business Intelligence laut StepStone nach drei bis fünf Jahren als Analyst erreichbar, für die Rolle kommt Governance dazu[2]
  • Daten- oder Analyseberatung du bringst viele Projekte mit, den Nachweis im eigenen Unternehmen musst du noch erbringen

Wege aus der Rolle

Wohin die Rolle führen kann, nach unserer Einschätzung

06 · Job-Trends

KI-Verordnung und Data Act: Was sich 2026 für die Datenleitung ändert.

Stand September 2026, wir prüfen die Angaben mit jeder Monatsauswertung.

Seit dem 27. Juli 2026 müssen Unternehmen, die KI entwickeln oder einsetzen, die KI-Kompetenz ihrer Mitarbeitenden nur noch fördern statt sicherstellen, und für Tests, ob ein KI-System bestimmte Gruppen benachteiligt, gelten neue Regeln zu sensiblen Daten. Ab dem 12. Januar 2027 dürfen Cloud-Anbieter für einen Wechsel keine Entgelte mehr verlangen.[7][8]

KI-Kompetenz fördern statt sicherstellen

Ein Schulungsprogramm für KI braucht dein Unternehmen weiterhin, aber die Anforderungen daran sind gesunken. Nach unserer Einschätzung landet es oft bei deinem Datenteam, weil dort bekannt ist, wer welche Modelle nutzt. Art. 4 der KI-Verordnung gilt seit dem 2. Februar 2025 (Art. 113 Abs. 3 Buchst. a) und verlangte in der ursprünglichen Fassung von Anbietern und Betreibern, „nach besten Kräften sicherzustellen“, dass ihr Personal über ausreichende KI-Kompetenz verfügt.[6] Die Digital-Omnibus-Verordnung (EU) 2026/1744, eine Änderungsverordnung, die mehrere Punkte der KI-Verordnung auf einmal anpasst, hat den Artikel neu gefasst: Unternehmen unterstützen ihre Mitarbeitenden dabei, diese Kompetenz aufzubauen, müssen aber für niemanden ein bestimmtes Niveau garantieren, und die Kommission veröffentlicht dazu praktische Beispiele (Art. 4 Abs. 1 und 2 neu).[7]

Strenge Datenregeln für Hochrisiko-Systeme

Setzt dein Unternehmen KI etwa für die Bewerberauswahl oder für die Prüfung der Kreditwürdigkeit von Privatpersonen ein, gilt sie als Hochrisiko-System (Anhang III Nr. 4 Buchst. a und Nr. 5 Buchst. b), und für die Daten gelten strenge Regeln. Wer ein solches System trainiert, muss nach Art. 10 Abs. 2 dokumentieren, woher die Daten kommen und wie sie aufbereitet wurden, sie auf Verzerrungen prüfen, also darauf, ob sie bestimmte Gruppen benachteiligen, und Datenlücken ermitteln. Die Datensätze müssen nach Abs. 3 relevant, hinreichend repräsentativ und so weit wie möglich fehlerfrei und vollständig sein. Wer ein solches System nur einsetzt, sorgt nach Art. 26 Abs. 4 dafür, dass die Eingabedaten, soweit er sie kontrolliert, zum vorgesehenen Zweck passen und ausreichend repräsentativ sind.[6] Für Systeme nach Anhang III gelten diese Pflichten nach der Omnibus-Verordnung ab dem 2. Dezember 2027.[7]

Sensible Daten für Tests auf Benachteiligung

Anbieter von Hochrisiko-Systemen dürfen besondere Kategorien personenbezogener Daten, etwa zu Gesundheit oder ethnischer Herkunft, verarbeiten, um Verzerrungen zu erkennen und zu korrigieren, und seit der Omnibus-Verordnung steht diese Ausnahme in einem eigenen Art. 4a. Neu ist Abs. 2: Auch Betreiber von Hochrisiko-Systemen sowie Anbieter und Betreiber anderer KI-Systeme und -Modelle dürfen das, wenn es unbedingt erforderlich ist. Die Bedingungen bleiben streng: Der Zweck darf sich nicht mit synthetischen oder anonymisierten Daten erreichen lassen, die Daten müssen unter anderem pseudonymisiert werden, dürfen nicht an Dritte gehen und sind zu löschen, sobald die Verzerrung korrigiert ist. Die Gründe gehören in das Verzeichnis, in dem das Unternehmen seine Datenverarbeitungen festhält (Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten).[7] Zu solchen Tests verpflichtet Abs. 2 ausdrücklich niemanden.

Wechsel der Datenplattform wird billiger

Verlängert dein Unternehmen 2026 einen Vertrag für die Datenplattform, lohnt ein Vergleich der Ausstiegsklauseln mit dem Data Act, Verordnung (EU) 2023/2854. Nach dessen Kapitel VI muss ein Vertrag über Datenverarbeitungsdienste, also Cloud- und Plattformdienste, seit dem 12. September 2025 einen Wechsel mit höchstens zwei Monaten Kündigungsfrist und höchstens 30 Kalendertagen Übergang erlauben (Art. 25 Abs. 2 Buchst. a und d). Ist das technisch nicht machbar, darf der Anbieter mit Begründung bis zu sieben Monate ansetzen (Abs. 4). Bis zum 12. Januar 2027 darf er für den Wechsel nur Entgelte bis zur Höhe seiner unmittelbaren Kosten verlangen, danach gar keine mehr (Art. 29). Ausgenommen sind unter anderem Dienste, die im Kern für einen einzelnen Kunden gebaut wurden (Art. 31 Abs. 1).[8] Laut EUR-Lex liegt ein Änderungsvorschlag der Kommission vor, geändert ist die Verordnung bis heute nicht.

So viele Unternehmen in Deutschland nutzen KI

Laut Statistischem Bundesamt nutzten 2025 in Deutschland 26 Prozent der Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten KI, bei mehr als 250 Beschäftigten waren es 57 Prozent. Maschinelles Lernen setzten 23 Prozent der KI-Nutzer ein, in großen Unternehmen 39 Prozent.[9] Nach unserer Einschätzung arbeiten die meisten also mit fertigen Werkzeugen, und eigene Modelle mit eigenen Trainingsdaten sind die Ausnahme. Die Pflichten aus Art. 10 treffen deshalb vor allem die wenigen Unternehmen, die Hochrisiko-Systeme selbst trainieren.

07 · Stelle prüfen

Bei Jobanzeigen für Head of Data zeigt dir synvyr, welche Anforderung du erfüllst.

Du siehst schon vor der Bewerbung, ob die Stelle zu deinem Werdegang passt und auf welcher Führungsebene sie liegt, und bei unklaren Titeln wie Leiter BI stellst du die Ebene selbst richtig.

  • Anforderungen & LückenDu siehst zu jeder Anforderung der Jobanzeige, etwa dem Umzug auf ein Lakehouse, einem Regelwerk für Governance oder einem Modell im laufenden Betrieb, ob du sie klar belegen kannst, nur teilweise oder gar nicht, und welche davon für das Unternehmen Pflicht sind.
  • Ebene dieser RolleHead of Data ordnet synvyr der Stufe „Direktor / Head of“ zu, Teamleiter Business Intelligence der Stufe „Abteilungs-/Bereichsleitung“. Bei Leiter BI oder Leiter Datenmanagement findet synvyr im Titel keinen eindeutigen Hinweis auf die Führungsebene und ordnet die Stelle vorsichtig als Fachrolle ein, und du stellst die Stufe dann selbst richtig.
  • Was auf dieser Ebene typischerweise geprüft wirdAuf der Stufe „Direktor / Head of“ prüft synvyr unter anderem „Strategie für den eigenen Bereich“ und „Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung“, und du siehst, ob deine Erfahrung sie belegt. Für das eine zählt eine Datenstrategie, die du entworfen und durchgesetzt hast, für das andere regelmäßige Berichte an die Geschäftsführung.
  • Kennzahlen bestätigenSteht in deinen Unterlagen „18 Mitarbeitende“, „4 Teams“ oder „1,4 Mio. EUR Budgetverantwortung“, schlägt synvyr dir das als Führungsspanne, Teamgröße und Budgetverantwortung vor und übernimmt nur, was du bestätigst.
  • Erwartbare FragenFür das Vorstellungsgespräch bekommst du die Fragen, die synvyr aus Jobanzeige, Führungsebene und Unternehmen ableitet, jeweils mit einer Antwort nach dem STAR-Muster (Situation, Aufgabe, Handlung, Ergebnis) aus deinen belegten Erfahrungen. Fehlt für eine Frage ein Beleg, etwa zur Datenqualität bei deinem letzten Arbeitgeber, zeigt synvyr das offen an und erfindet keine Geschichte.

Mit der kostenlosen Chrome-Erweiterung holst du die Jobanzeige, die du gerade offen hast, mit einem Klick in synvyr und kannst sie dort gleich prüfen. Vorher zeigt sie dir Titel und Firma. Mehr zur Chrome-Erweiterung

08 · Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Gehalt und Aufgaben als Head of Data.

Was verdient ein Head of Data?

Für den verwandten Titel Head of Analytics nennt StepStone 2026 einen Median von 83,9 TEUR, für Teamleiter/in Business Intelligence 76,1 TEUR. Das Profiling Institut setzt die Stufe Principal oder Head of Data ab zwölf Jahren Erfahrung bei 140 bis 220 TEUR Fixgehalt und mehr an (Stand Mai 2026). Einen eigenen Wert für den Titel Head of Data nennen weder StepStone noch Robert Half.

Was unterscheidet Head of Data und Chief Data Officer?

Der Head of Data führt das Datenteam und verantwortet im Alltag Datenplattform, Berichte und Governance, während ein Chief Data Officer das Thema Daten in der Unternehmensleitung vertritt. Beim Kürzel CDO lohnt die Nachfrage, denn laut Profiling Institut meint es in rund 70 Prozent der DAX- und MDAX-Konzerne den Chief Digital Officer.

Gehört der Head of Data zur IT?

Nicht zwingend, denn die Rolle kann an den CIO berichten, im Mittelstand auch an den CFO, weil dort Controlling und Berichtswesen liegen, und in Softwareunternehmen an den CTO. An wen die Rolle berichtet, verrät, ob das Unternehmen Daten als Technikthema sieht oder als Grundlage für Entscheidungen.

Muss ein Head of Data die KI-Kompetenz aller Mitarbeitenden sicherstellen?

Nein, die Pflicht trifft das Unternehmen und nicht den Head of Data persönlich. Seit der Digital-Omnibus-Verordnung (EU) 2026/1744, in Kraft seit dem 27. Juli 2026, müssen Unternehmen, die KI-Systeme anbieten oder einsetzen, die KI-Kompetenz ihres Personals nach Art. 4 der KI-Verordnung fördern, ein bestimmtes Niveau müssen sie aber nicht garantieren.

Was ist der Unterschied zwischen Head of Data und Leiter BI?

Eine Leitung BI verantwortet meist Berichte, Dashboards und das Datenlager dafür, ein Head of Data hat zusätzlich Data Engineering, Data Science und Governance unter sich. Für Teamleiter/in Business Intelligence nennt StepStone 2026 einen Median von 76,1 TEUR, knapp 8 TEUR weniger als für Head of Analytics.

Wie viel Erfahrung braucht man als Head of Data?

Das Profiling Institut setzt die Stufe Principal oder Head of Data ab zwölf Jahren Berufserfahrung an, die Stufe davor, Staff oder Lead Data Engineer, bei acht bis zwölf Jahren. Im Vorstellungsgespräch fragen Unternehmen dann nach mindestens einem Modell, das im Betrieb läuft und einen festen Verantwortlichen hat, und nach Governance-Regeln, die ein Fachbereich selbst umsetzt.

Was ändert der Data Act beim Wechsel der Datenplattform?

Der Data Act erleichtert den Wechsel des Cloud-Anbieters: Verträge müssen seit dem 12. September 2025 einen Wechsel mit höchstens zwei Monaten Kündigungsfrist und in der Regel höchstens 30 Tagen Übergang ermöglichen (Art. 25 der Verordnung (EU) 2023/2854). Ab dem 12. Januar 2027 fallen Entgelte für den Wechsel ganz weg (Art. 29).

Quellen

Alle Quellen mit Datum und Link.

  1. StepStone: Head of Analytics Gehälter in Deutschland 2026, abgerufen am 26.09.2026. stepstone.de (öffnet in neuem Tab)
  2. StepStone: Teamleiter/in Business Intelligence Gehälter Deutschland 2026, abgerufen am 26.09.2026. stepstone.de (öffnet in neuem Tab)
  3. Profiling Institut: Data Engineer, Aufgaben, Gehalt und Karriere 2026, aktualisiert Mai 2026 (Karrierestufen und Gehaltstabelle). profiling-institut.de (öffnet in neuem Tab)
  4. Profiling Institut: Data Scientist, Aufgaben, Gehalt und Karriere 2026, aktualisiert Januar 2026 (Karrierestufen und Gehaltstabelle). profiling-institut.de (öffnet in neuem Tab)
  5. Profiling Institut: CDO, Chief Digital Officer oder Chief Data Officer, aktualisiert Mai 2026. profiling-institut.de (öffnet in neuem Tab)
  6. Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), ABl. L vom 12.07.2024, Art. 3 Nr. 3 und 4, Art. 4, Art. 10, Art. 26 Abs. 4, Art. 113, Anhang III. eur-lex.europa.eu (öffnet in neuem Tab)
  7. Verordnung (EU) 2026/1744 vom 08.07.2026 (Digital-Omnibus-Verordnung zur KI), ABl. L vom 24.07.2026, Art. 1 Nr. 5 (Art. 4 neu), Nr. 6 (Art. 4a), Nr. 9 (Art. 10), Nr. 40 (Art. 113 Abs. 3), Art. 4. eur-lex.europa.eu (öffnet in neuem Tab)
  8. Verordnung (EU) 2023/2854 (Data Act), ABl. L vom 22.12.2023, Art. 2 Nr. 8, Art. 25, 29, 31 und 50; Stand der Änderungen laut EUR-Lex am 26.09.2026. eur-lex.europa.eu (öffnet in neuem Tab)
  9. Statistisches Bundesamt: Unternehmen mit Nutzung von Technologien der künstlichen Intelligenz nach Beschäftigtengrößenklassen, Berichtsjahr 2025, Stand 24.11.2025. destatis.de (öffnet in neuem Tab)
  10. Experteer: Head of Data & Insights Gehalt in Deutschland 2026, Durchschnitt und Quartile inklusive Bonus, abgerufen 26.09.2026. experteer.de (öffnet in neuem Tab)
Ronny Marx
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Ronny Marx

Ronny Marx ist seit rund 17 Jahren Führungskraft, vom Art Director über Team Lead, Unit Lead und Commercial Director bis zum Managing Director. Er hat intomarkets und merchantday gegründet und 2024 verkauft, heute baut er synvyr auf.

Stand vom 26.09.2026 · Nächste Überprüfung mit der Monatsauswertung Oktober

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